Moin zusammen,
ich schreibe diesen Beitrag nicht aus einer spontanen Emotion heraus, sondern nach längerer Beobachtung und bewusster Überlegung.
Ich bin seit mehreren Jahren auf diesem Server aktiv (genaugenommen sind es jetzt 3 Jahre), unter anderem lange Zeit bei der Polizei, inzwischen in einer anderen Rolle (Leistelle). Ich spreche also weder vollständig neutral noch ausschließlich aus einer Fraktionsbrille heraus, sondern aus der Perspektive eines langjährigen Spielers, dem dieser Server und sein Anspruch an Hardcore-RP sehr am Herzen liegen.
Mein zentrales Anliegen:
IdentityValley war und ist als Hardcore-RP-Server gedacht. Aktuell entfernen wir uns jedoch spürbar von diesem Anspruch.
Mir ist wichtig zu betonen:
Es geht mir nicht darum, einzelne Fraktionen oder Spieler an den Pranger zu stellen oder jemanden vom Server zu vergraulen. Mein Ziel ist ein Miteinander, ein gemeinsames Verständnis dafür zu halten, was Hardcore-RP hier bedeuten soll und wie wir wieder dorthin zurückfinden können.
Was ich aktuell als problematisch wahrnehme
- Sehr hohe Frequenz von Schussgefechten, teils mehrfach täglich
- Extrem hohe Kopfschussquoten
- "Looten" von Polizisten
- Abholen am Friedhof (hier spreche ich gezielt beide Parteien an)
- Tod ohne spürbare Konsequenz (Tod = kein Knast)
- MANV-Lagen als Regelzustand statt Ausnahme, mal ganz vom "Ausnahmezustand" abgesehen, der mittlerweile eher Dauerzustand ist...
Das führt dazu, dass:
- Polizei-RP zunehmend frustrierend wird
- Leitstelle, Rettungsdienst und Feuerwehr dauerhaft gebunden sind (und das nur im Bereitstellungsräumen)
- erfahrene Stammspieler kündigen oder gar den Server verlassen
- Polizeiliche Notrufersuchen abgetan werden müssen, weil keine Streifen frei sind (entweder sind alle gebunden oder alle Tod)
Ich höre aktuell vermehrt, dass Spieler – unabhängig von Fraktionen – mit dem Gedanken spielen, sich zurückzuziehen oder den Server ganz zu verlassen. Ob einzelne Fraktionen den Server verlassen oder nicht, kann und möchte ich hier nicht bewerten. Klar ist für mich nur: Das darf nicht das Ziel sein.
Admin-RP als sinnvolles Werkzeug
Aus meiner Sicht könnte mehr gezieltes Admin-RP insbesondere für die Polizei, aber auch für andere Staatsfraktionen, sehr sinnvoll sein. Insbesondere dann, wenn die gerüchte Stimmen und die Kollegen der TigerZ Fraktion, diesen Server tatsächlich verlassen. Denn dann fehlt ein großer Teil der polizeilichen Arbeit.
Viele Lagen sind ohnehin klassische Admin-RP-Situationen:
- größere Brände
- Gaslecks
- außergewöhnliche Schadenslagen
- infrastrukturelle Großereignisse
in diesen kann auch die Polizei dann wieder aktiver eingebunden werden, insbesondere z.B. aber bei Verkehrsunfällen und der Unfallaufnahme.
Vielleicht muss hier von Seiten des Teams wieder mehr kommen, um:
- realistische Auslastung zu schaffen
z.B. mit:
Verfolgungsfahrten von besonderen Fahrzeugen (Bus, LKW, Fahrrad etc.)
Klimaprotesten oder andere Admin geleitete Situative "Eskalationen"
Tier-RP (Bsp. eine Kuh, ein Hund auf der Autobahn o.ä.)
Verabredungen zu Illegalen KFZ-Rennen uvm. - Abwechslung ins RP zu bringen (!)
- Schusswaffenlagen wieder seltener zu machen (!!!)
Admin-RP sollte hier kein Ersatz, sondern ein steuerndes Element sein, um das Gesamtgefüge zu stabilisieren. Und insbesondere sollte meiner Meinung nach ein Augenmekr daruf gelegt werden, weniger zu schießen, denn das ist weder Realistisch, noch Hardcore RP. hierzu gleich mehr...
Munition & Inventar – ein konkreter Vorschlag
Ein weiterer Punkt, der aus meiner Sicht stark zur Eskalation beiträgt, ist die aktuelle Handhabung von Munition.
Aktuell ist es möglich, sehr große Mengen an Magazinen zu stacken. Das ist:
- unrealistisch
- eskalationsfördernd
- für beide Seiten problematisch
Mein konkreter Vorschlag:
- Maximal 2 Magazine pro Stack
- Jedes weitere Magazin benötigt ein eigenes Inventarfeld (bzw. halt die zwei)
- Keine Ausnahmen – gilt für POL und Crime gleichermaßen
Das würde:
- Gefechte automatisch verkürzen
- taktisches Vorgehen erzwingen
- Dauerfeuer unattraktiv machen
- Planung und Rückzug wieder relevant machen
Kein Mensch führt realistisch 50–100 Magazine mit sich. Diese Begrenzung wäre ein einfacher, aber sehr wirksamer Schritt in Richtung Hardcore-RP. Wenn man das mal hoch rechnet, und man ein guter Schütze ist, dann hat man pro Magazin (Handfeuerwaffe) etwa 15 Schuss, wenn man jetzt 100 Magazine mit sich führt, dann sind das 1500 Schuss (!), damit könnte man bei einer Spielerzahl von 100 Spielern, den Server 15 mal (!) auslöschen...
Konsequenzen statt Reset-Knopf
Hardcore-RP lebt davon, dass Verlust spürbar ist.
Aktuell ist Tod häufig nur ein kurzer Umweg über den Friedhof.
Ich wünsche mir daher:
- systemische Konsequenzen bei Tod durch Schusswaffen
(z. B. Join-Cooldown, keine sofortige Rückkehr)
hier wurde vor längerem mal eine Idee angesprochen, dass man z.B. nach einem Tod nicht am Friedhof aufwacht, sondern ggf. mal 1-2h nicht Connecten kann. Ich persönlich würde es für Sinnvoll erachten, dass wenn man durch einen Schuss stirbt (egal welche Seite), man nicht mehr Connecten kann für z.B. 1h, aber warum? Erstens kann man nicht direkt am Friedhof abgeholt werden, zweitens spürt man tatsächlich mal einen "Verlust" und drittens geht man nicht eine halbe Stunde später direkt wieder in die nächste Schießerei. (Wichtig, BEIDE seiten) - klare Regeln gegen Abholen am Friedhof
- konsequentere Durchsetzung bei wiederholtem Eskalationsverhalten
Nicht als Strafe – sondern als Lenkung des Spielverhaltens.
Abschließend
Ich schreibe diesen Beitrag nicht, weil ich dem Server schaden möchte, ganz im Gegenteil,
sondern weil ich ihn schätze und nicht möchte, dass genau die Spieler gehen, die ihn über Jahre getragen haben.
Hardcore-RP bedeutet:
- nicht immer zu gewinnen
- auch verlieren zu können
- Konsequenzen auszuhalten
Ich hoffe, dass wir gemeinsam wieder mehr Wert darauf legen, so wie es zum Restart des Servers angekündigt worden ist.
Danke fürs Lesen.
LG