Die meisten kennen es aus den USA: Dort sind viele Streifenwagen mit fest verbauten Radargeräten ausgestattet, die es ermöglichen, Geschwindigkeiten sowohl aus dem Stand als auch während der Fahrt zu messen und direkt zu ahnden. Deutschland hing da lange hinterher, aber mittlerweile gibt es auch hier ein ähnliches System – das Proof-Video-Data-System (ProViDa).
Dieses System wird fest in Streifenwagen verbaut, anfangs nur in Zivilfahrzeugen, inzwischen aber auch in immer mehr regulären Polizeifahrzeugen. Es ermöglicht Geschwindigkeitsmessungen auf drei verschiedene Arten. Die erste ist die stationäre Messung, bei der der Streifenwagen stillsteht. Hier misst das System die Zeit, die ein Fahrzeug benötigt, um eine bestimmte Strecke zurückzulegen, und berechnet daraus mithilfe einer einfachen Weg-Zeit-Formel die Geschwindigkeit.
Neben dieser Methode gibt es die mobile Messung, die auf zwei Arten durchgeführt werden kann. In der ersten Variante, bei gleichbleibendem Abstand zwischen Streifenwagen und Zielobjekt, erkennt das System, dass sich der Abstand nicht verändert, und nutzt die Geschwindigkeit des Polizeifahrzeugs als Referenz. Kleine Abweichungen werden durch Abstandsanalysen korrigiert. In der zweiten Variante, wenn sich der Abstand verändert, wird an einem Start- und Endpunkt gemessen, wie lange sowohl das Zielobjekt als auch der Streifenwagen für die Strecke benötigt haben. Auch hier wird die Geschwindigkeit dann mit einer Weg-Zeit-Formel berechnet.
Falls keine direkte Messung möglich ist, kann das ProViDa-System auf eine Videoaufnahme zurückgreifen. Dabei wird das verfolgte Fahrzeug mit einer geeichten Kamera aufgezeichnet und nach dem Anhalten anhand seiner tatsächlichen Größe vermessen. Zusammen mit den Informationen aus dem Video und der Geschwindigkeit des Polizeifahrzeugs kann das System so nachträglich die Geschwindigkeit des Fahrzeugs berechnen.
Alles in allem steht der Polizei in Deutschland damit ein sehr ausgereiftes System zur Geschwindigkeitsmessung zur Verfügung. Es wäre natürlich optimal, wenn ProViDa flächendeckend in allen Streifenwagen vorhanden wäre. Klar, wir haben unsere ProLaser4-Geräte, die auch weiterhin ihren Zweck erfüllen, aber mal ehrlich: Es gibt nicht viele belebte Straßen mit Tempolimits, auf denen sich eine stationäre Kontrolle wirklich lohnt. Da steht man dann mit dem Lasergerät herum, und für die nächsten 60 bis 90 Minuten kommt kein einziges Auto vorbei – das ist nicht gerade spannend. Eine Geschwindigkeitsmessung direkt aus dem Fahrzeug heraus wäre da eine richtig sinnvolle Ergänzung.
MFG
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