Guten Tag zusammen,
Gesamtvorschlag zur Stärkung von Realismus, Struktur und RP-Qualität auf Identity Valley
Einleitende Worte
Ich bin Toilettenwasser, einige Personen kennen mich IC unter dem Namen Tim Klein. Ich spiele bereits seit dem 01.01.2023 auf diesem Server und würde mich selber als Stammspieler bezeichnen. Immer wieder bringe ich Vorschläge ein um zur vermeindlichen Verbesserung dieses Servers beizutragen. Nicht alle sind immer von Erfolg gekrönt, aber wie man in der Schule so schön sagen würde "stehts bemüht".
Was ist mir Wichtig zu sagen:
Ich möchte diesen Beitrag ausdrücklich konstruktiv verstanden wissen. Es geht mir weder darum, Einzelpersonen zu kritisieren, noch darum, irgendjemandem einen Dienstgrad, eine Position oder eine Leistung abzusprechen. Ebenso möchte ich niemandem unterstellen, etwas falsch gemacht zu haben.
Dieser Vorschlag ist als strukturelle Betrachtung gedacht – losgelöst von Personen.
Alle genannten Punkte hätten auch als einzelne Vorschläge formuliert werden können. Ich habe mich bewusst dafür entschieden, sie gesammelt darzustellen, weil sie inhaltlich zusammenhängen und aus meiner Sicht ein gemeinsames Thema haben: den Realismus- und Qualitätsanspruch eines Hardcore-RP-Servers.
Ich würde mir wünschen, dass das Team zu den einzelnen Punkten bzw. Vorschlägen Stellung bezieht – gerne auch mit Begründungen. Nicht im Sinne von Rechtfertigung, sondern im Sinne von Transparenz. Das schafft Verständnis und fördert die Qualität zukünftiger Vorschläge.
Zur besseren Lesbarkeit wird in diesem Text das generische Maskulinum verwendet. Die in diesem Post verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich auf alle Geschlechter
1. Behördenstruktur Polizei
Es stellt sich die grundsätzliche Frage, ob sehr hohe Dienstgrade bei einer vergleichsweise überschaubaren Personalstärke strukturell sinnvoll sind oder eher eine Distanz schaffen. (Auch im Zuge des Realismus)
In der Realität übernehmen Spitzenpositionen wie Polizeipräsidenten oder vergleichbare Führungsdienstgrade primär strategische und repräsentative Aufgaben. Sie sind nicht regelmäßig operativ im Streifendienst oder gar in Schusslagen eingebunden.
Der Vorschlag wäre daher:
- Höchster aktiv-operativer Dienstgrad: Polizeidirektor
- Höhere Positionen nur als Event- oder Verwaltungsebene (durch das Team)
- Klarere funktionale Hierarchien statt symbolischer Rangstrukturen
Das Ziel ist nicht, Hierarchie abzubauen, sondern sie funktional auszurichten.
2. Struktur der Bundeswehr
Ähnlich verhält es sich bei der Bundeswehr.
Ein Generalsdienstgrad steht real für strategische Führung auf höchster Ebene (zuständig für ca. 180.000 Soldaten). Bei einer einzelnen lokal dargestellten Kaserne mit begrenztem Personal (ca. 25 Personen) erscheint es strukturell überdimensioniert.
Vorschlag:
- Höchster Dienstgrad: Oberst (Kasernenkommandant)
- Stellvertretung: Oberstleutnant
- Keine Generalsdienstgrade für eine einzelne lokale Einheit
Zusätzlich:
- Piloten grundsätzlich in der Offizierslaufbahn (Hptm aufwärts)
- Einführung bzw. konsequente Anwendung ärztlicher Dienstgrade (Stabsarzt, Oberstabsarzt etc.), insbesondere wenn ein Bundeswehrkrankenhaus bespielt wird (Marburg)
Auch hier geht es nicht um Aberkennung, sondern um strukturelle Glaubwürdigkeit.
Die zentrale Frage lautet:
Brauchen wir sehr hohe Dienstgrade funktional – oder existieren sie primär aus Prestigegründen?
3. Schusswaffengebrauch
Die Frequenz bewaffneter Auseinandersetzungen wirkt aus meiner Sicht aktuell sehr hoch.
Natürlich nicht so hoch wie vor ein bis zwei Monaten, aber dennoch immens höher, als noch vor 2 Jahren.
Mehrfach tägliche Schießereien führen zu:
- hoher Todesrate
- reduzierter Ermittlungsarbeit
- eingeschränktem medizinischem RP (Acht Patienten, davon 7 Tote)
- Gewöhnungseffekt bei allen Beteiligten
Ein konstruktiver Ansatz wäre:
- stärkere Betonung von Eskalationsstufen
- intensivere Nutzung nicht-letaler Mittel (Pfefferspray, Taser, uvm.)
- gegebenenfalls interne Nachbereitung besonders häufiger oder extremer Lagen
Hier geht es nicht um das Verbot von Schusswaffen, sondern um deren Bedeutungswiederherstellung. (Schusswaffen sind halt einfach tödlich...)
Auch sei dazu gesagt, wenn eine Person angeschossen, getasert oder gepeffert wird, dann macht sie nicht 2 Sekunden später direkt weiter bis sie am Ende bewusstlos ist und somit nicht mehr Handlungsfähig ist. Sondern i.d.R. wird dann durch das Hirn erkannt und wahrgenommen, ich habe keine Chance, ich sollte mich ergeben und nicht den "Hau drauf" spielen.
4. Rolle der Justiz in Einsatzlagen
Die Gewaltenteilung ist ein elementares Prinzip staatlicher Strukturen. Die Exekutive handelt, die Judikative kontrolliert und entscheidet.
Aus meiner Sicht sollten:
- Richter
- Staatsanwälte
- Führungsdienstgrade der Justiz
in keinem Fall aktiv an Schusswechseln teilnehmen.
Eine differenzierte Betrachtung ist bei Justizvollzugsbeamten möglich. Diese sind organisatorisch anders eingebunden und können – je nach Ausgestaltung – unter Umständen unterstützend tätig sein, sofern dies strukturell sauber definiert ist.
Richter und Staatsanwälte hingegen sollten ausschließlich:
- rechtliche Bewertung vornehmen
- Ermittlungen begleiten
- Haft- oder Durchsuchungsanordnungen erteilen
- Gerichtsverfahren führen
- usw.
Die Teilnahme an aktiven Gefechten widerspricht der Gewaltenteilung und untergräbt strukturelle Glaubwürdigkeit.
Auch hier gilt: Es geht nicht darum, jemandem Fehlverhalten zu unterstellen. Es geht um eine saubere Rollentrennung im Sinne des Hardcore-RP-Anspruchs.
5. Verkehrsunfälle und Konsequenzen
Das Thema Fail-RP ist grundsätzlich im Regelwerk abgedeckt. Gleichzeitig entsteht stellenweise der Eindruck, dass extreme Unfallszenarien nicht immer konsequent nachverfolgt werden.
Hier muss man fair sagen:
Das Team kann nicht jede Situation mitbekommen.
Dennoch wäre es wünschenswert:
- schwere Unfälle mit realistischen Folgen auszuspielen
- bei klar unrealistischen Szenarien konsequenter nachzuarbeiten
- gegebenenfalls klare Leitlinien zu definieren
Mehrfachüberschläge bei extremen Geschwindigkeiten (150 km/h und mehr) ohne körperliche Konsequenzen stehen im Widerspruch zum Realismusanspruch.
Es geht nicht um Bestrafung, sondern um Konsequenz im Rollenspiel.
6. Medizinisches RP
Hier gibt es mehrere Aspekte.
Inflationäre Nutzung des Begriffs „bewusstlos“ ist ein wiederkehrendes Thema. Sobald eine Person per Emote auf dem Boden liegt, wird häufig sofort von Bewusstlosigkeit gesprochen – teilweise sogar aus größerer Distanz. (z.B. aus dem Hubschrauber heraus)
Natürlich kommt es auch im echten Leben vor, dass vermeintlich bewusstlose Personen lediglich schlafen. Aber im RP-Kontext wird oft pauschal angenommen, dass eine Person bewusstlos oder sogar reanimationspflichtig ist.
Zusätzlich besteht das Problem, dass das System sehr schnell in einen Zustand führt, der als bewusstlos interpretiert wird, obwohl faktisch eine Reanimation vorliegt.
Hier wäre ein Appell sinnvoll:
- nicht jede liegende Person ist automatisch bewusstlos
- nicht jede bewusstlose Person ist automatisch reanimationspflichtig
- mehr Differenzierung im Ausspielen
- mehr Darstellung medizinischer Abläufe
Ein weiterer Aspekt ist die einseitige Belastung des Rettungsdienstes mit überwiegend traumatischen Notfällen durch Schusswaffen.
Realistische Notfallbilder wie:
- Herzinfarkt
- Schlaganfall
- akute Bauchschmerzen
- sonstige internistische Notfälle
kommen vergleichsweise selten vor.
Hier ließe sich Event-RP (Admin-RP) gezielt nutzen, um medizinische Vielfalt zu fördern.
Zusätzlich könnte geprüft werden, ob das Hunger- und Durstsystem angepasst werden sollte. Die aktuelle Frequenz führt teilweise zu unrealistisch häufigem Hunger.
Ich esse in echt nicht so viel, wie ich an einem Abend auf IDV verspeise. ![]()
7. Eventkultur und strukturiertes Admin-RP
Dieser Punkt ist zentral.
Gezieltes, qualitatives Admin-RP kann enorm zur Serverqualität beitragen.
Mögliche Ansätze:
- Tiere auf Autobahnen
- verlorene Ladung auf Schnellstraßen
- komplexe Verkehrsunfälle (droht Absturz uvm.)
- internistische Notfälle
- Großübungen von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei
- strukturierte Sonderlagen
Wichtig wäre hierbei:
- Beteiligung mehrerer Fraktionen
- realistische Eskalationsstufen
- Qualität vor Quantität
Auch motivierte Supporter könnten eingebunden werden, um strukturierte Lagen auszuspielen.
Ziel sollte es sein, nicht nur Reaktionen auf Eskalationen zu spielen, sondern aktiv qualitatives RP zu erzeugen.
Übergang zur offenen Diskussion
Nach all diesen Punkten möchte ich betonen:
Niemandem soll hier etwas weggenommen werden.
Niemandem wird Fehlverhalten unterstellt.
Es geht nicht um persönliche Kritik.
Es geht um die Frage:
Was braucht ein Server, damit er langfristig qualitativ funktioniert?
Braucht es hohe Dienstgrade oder funktionale Strukturen?
Braucht es viele Schießereien oder starke Eskalationsstufen?
Braucht es Prestige oder Rollenklarheit?
Braucht es schnelle Action oder nachhaltige Spannung?
Ich würde mir wünschen, dass das Team zu den einzelnen Punkten Stellung nimmt – gerne transparent begründet. Das schafft Verständnis und zeigt, dass Vorschläge ernsthaft geprüft werden.
Ebenso wünsche ich mir eine sachliche Diskussion in der Community.
Vielleicht sehe ich manche Dinge zu kritisch.
Vielleicht teilen andere diese Wahrnehmung.
Vielleicht liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen.
Lasst uns darüber sprechen – konstruktiv, respektvoll und lösungsorientiert.
Am Ende ist es nur nen Spiel ![]()
Liebe Grüße
Toilettenwasser